Spoke 34

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Spoke #34 - jetzt im Handel

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BE PREDICTABLE!

Michael Hokkeler wohnt in Köln und arbeitet in Bonn. Sein Arbeitsweg beträgt 38 Kilometer, und die legt er seit nunmehr sechs Jahren fast täglich mit dem Rad zurück. Den meisten Menschen scheint das absurd, aber Michael ist ein vernünftiger Kerl. Er holt sich auf diese Art eben die Fitness, die er für sein Hobby, das Radfahren, braucht. So beinhalten die Palmarès des Präsidenten des Kölner Radsportvereines RTC dasimmerdabei e.V. unter anderem so illustre Sachen wie die Styrkeprøven, ein Langstreckenrennen über 543 Kilometer von Trondheim nach Oslo. Zu diesem Zeitpunkt des Jahres hat Michael für 2017 schon über 20000 Kilometer auf der Uhr. Wir können also von Glück sagen, dass er mal kurz anhielt, um uns unsere Fragen zu beantworten.

[Dieser Text ist ein Ausschnitt aus Spoke #33, ab dem 18.10.2017 im Handel]

Was sind für dich die Hauptargumente für das Pendeln mit dem Rad?

Zuallererst mache ich natürlich täglich das, was ich liebe: Radfahren. Das zweimalige Fahren am Tag ist nach meinem Empfinden ein extrem gutes Training für den Ausdauerbereich, in dem ich hauptsächlich unterwegs bin. Dazu kommt, dass ich gerne draußen und selbstbestimmt unterwegs bin. Wer das Rheinland und seine Verkehrssituation kennt, der weiß, dass man letzteres mit dem Auto oder der Bahn durch ständige Staus und Verspätungen nicht umsetzen kann. Die latent aggressive Stimmung auf der Autobahn oder in einer der überfüllten Bahnen würde meine Nerven ruinieren. Meine Pendlerstrecke führt zumindest zur Hälfte verkehrsarm direkt am Rhein entlang. Das ist auch was fürs Auge, da wir ja Richtung Südosten, also in den Sonnenaufgang, starten.

Was tust du an den Tagen, wo du so absolut unausweichlich überhaupt gar keine Lust hast, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren?

Überhaupt-gar-keine-Lust-Tage gibt es bei mir eigentlich nicht. Wenn Lust und Laune aber am maximalen Tiefpunkt sind, dann greift der Automatismus, die tägliche Routine übernimmt und ich versuche dann bewusst, Gewohnheiten zu durchbrechen. Mal eine minimal andere Strecke nehmen, etwas später losfahren, einfach mal was anderes sehen und fotografieren, dann geht das in der Regel ganz gut. Meistens treffe ich ja sowieso andere Pendler aus unserer Gruppe, das erleichtert es extrem und die Fahrt wird durch Plaudern kurzweiliger. Ich finde es aber auch ok, sich diesem Gefühl hinzugeben und bewusst langsam zu fahren und rumzutrödeln, zwischendurch einen Kaffee zu trinken oder ein Eis zu essen.

Wir alle kennen die Standardargumente gegen das Pendeln mit dem Fahrrad: Zu weit, zu kalt, zu viel Regen, ich muss noch zu DM und hab keine Lust, den Kram zu schleppen. Was entgegnest du?

Nichts mehr. Na ja, ich schildere vielleicht noch, wie ich es mache. Entweder das reicht als kleiner Gedankenanstoß oder eben nicht. Wenn ich merke, dass eine gewisse Vorprägung oder Interesse vorhanden ist, biete ich eine „Mitfahrgelegenheit“ an oder schildere, wie ich es logistisch mit meinem Klamotten und Arbeitsmaterialien mache. Da werden manche dann neugierig. Jeder muss den Schalter bei sich umlegen, das kann man von außen nur in sehr kleinem Maße beeinflussen. Viele Menschen haben sich in ihrer Komfortzone mit den Annehmlichkeiten – und auch den Unannehmlichkeiten – eingerichtet.

Michaels Strava Profil
RTC dasimmerdabei e.V.

[Dieser Text ist ein Ausschnitt aus Spoke #33, ab dem 18.10.2017 im Handel]

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