SPOKE MAG #29

SPOKE MAG #29

SPOKE #29 – Spaß trotz Winter... oder gerade deshalb? Hier gibt´s die Themen der neuen Ausgabe!

Features

MINIMAL TO THE MAX

Till, Andy, Ennio, Chris und Marcus a.k.a. Bademeister. Die Hafenstadt Hamburg hat sie zusammengeführt. Sie verbindet die Liebe für Fahrraeder und eine tiefe Freundschaft. Ihre customized Singlespeeds und Fixies zeigen, wie gut Minimalismus und Individualitaet zusammen passen.


Fotos: Junior & Andy Es ist schon merkwürdig, welche Wege das Leben für einen bereit hält. Manchmal schickt es einen auf dem Rennrad über Dirtpisten, nur damit man am Ende wieder dort ankommt, von wo man gestartet ist. Dann wieder lässt es dich auf einem Oversize-Chopper durch den bequem asphaltierten Großstadtdjungel cruisen, um dir schließlich die schlichte Schönheit des Minimalismus aufzuzeigen.

Till bei der Arbeit

Letzteres gilt zum Beispiel für Till. Der gelernte Metallbildner hatte schon immer einen Faible für extravagante Metallarbeiten. Schaut man auf sein kupferfarbenes Haar, könnte man sogar denken, dass ihm das Metall durch die Adern fließt. 2004 macht er sich mit seiner Werkstatt selbständig. Die Chopper-Szene ist noch sehr überschaubar und so lernt er Junior und den Rest der Juniors Club Crew kennen, die gerade einen Fahrradladen in Hamburg Eimsbüttel gegründet hatten. Aus einer für damalige Verhältnisse ziemlich verrückten Idee entstehen die Elbcoast Psychles. MTV wird auf sie aufmerksam, nimmt Pimp my Fahrrad ins Programm auf und strahlt die Faszination Custom Cruiser in die Wohnzimmer der Nation. Aus einem anfänglichen Randphänomen wird ein Hype.

Celine ausgehfertig!

Die Freunde fangen an, Cruises zu organisieren. Die Szene vernetzt sich immer stärker. Bike Afficionados aus der gesamten Republik treffen sich zu Fahrradtouren der besonderen Art. Die Cruises sind wie Messen, auf denen jeder zeigt, woran er in den letzten Wochen und Monaten geschraubt, geschweißt, gesprüht, lackiert und poliert hat. Je ausgefallener und kreativer die Umbauten, desto mehr Bewunderung gibt es von der Gemeinschaft. Man kommt ins Gespräch, tauscht sich aus, entwickelt Freundschaften.

„Die Rückbesinnung auf das Wesentliche, die diese Räder schon rein äußerlich zum Ausdruck bringen, hat es ihm genau so angetan, wie die Leichtigkeit der Konstruktion und das unvergleichliche Fahrgefühl“


Schwanzvergleich!Auf einem dieser Cruises lernt Till auch Andy und Marcus kennen. Beide Chopperjunkies durch und durch. Marcus fällt erst durch einen extrem stylishen Stretch-Cruiser-Rahmen auf, den er mit Hilfe von Till umgebaut hat und galvanisieren ließ, wobei die Verkupferung allein schon so viel kostete wie ein komplettes Mittelklasse-Trackbike von der Stange. Beim Eisbein-Cruise 2005 fällt er dann nach einem „Tankstopp“ in einen See, woraufhin er Bademeister getauft wird. Andy und Bademeister hatte es aus Meck-Pomm in die Hansestadt verschlagen, Till kommt eigentlich aus Braunschweig. Alle drei sind also nicht mit dem Tüddelband in der Hand groß geworden, hatten in Hamburg aber eine echte zweite Heimat gefunden. Sie tauschen die Nummern aus, helfen sich gegenseitig mit ihren Rädern und choppen auch immer häufiger zwischen den Cruises gemeinsam durch die City.

Hatten sie anfangs ihren Werksrädern nur kreative Facelifts verpasst, gehen sie jetzt dazu über, ihre Rahmen komplett selbst zu bauen. Vor allem Till belässt es in seiner Werkstatt nicht mehr nur dabei, an seinen eigenen Böcken zu schrauben.Mittlerweile hatte sich auch in der Kurierszene die Nachricht verbreitet, dass Till Kiefer Metall-Gestaltung häufig die letzte Rettung für ihre verletzten Babys ist. Not-OPs, Transplantationen und das Anpassen von Prothesen gehören bald zum Alltag in der kleinen Hinterhofwerkstatt in Bahrenfeld. Immer häufiger liegen Singlespeeds und Fixies auf seiner Werkbank. Langsam steckt er sich mit dem Virus Trackbike an. Die Rückbesinnung auf das Wesentliche, die diese Räder schon rein äußerlich zum Ausdruck bringen, hat es ihm genau so angetan wie die Leichtigkeit der Konstruktion und das unvergleichliche Fahrgefühl. Alles an diesen Rädern ist direkt und geradeaus. Keine Schaltung, keine Bremsen, keine Federung. Es ist, als würde man sich mit der Straße bewegen und nicht auf ihr. Als wolle man im Einklang mit ihr leben und sie nicht beherrschen wollen. Naturverbundenheit in ihrer urbanen Form.

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