Spoke 34

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Spoke #34 - jetzt im Handel

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NRW-CROSS-CUP FINALE: PULHEIM

Die Zeichen standen auf Sturm: Schnee suchte das Rheinland heim, der Wintereinbruch bereitete den Boden für eine epische Schlammschlacht durch den Pulheimer Boden, der den Gastgeber zur vierten Runde des ersten “Genesis NRW-Cross-Cup powered by Panaracer & Alexrims” geben sollte.

Ganz so schlimm wurde es dann aber doch nicht. Das Wetter zeigte sich kühl und dem Pulheimer SC wohlgesonnen, dessen zweite Austragung eines Crossrennens direkt zum Finale des Cups erhoben wurde. Leichte Modifikationen an der Strecke wurden vorgenommen und so fanden die Teilnehmer einen anspruchsvollen Kurs auf dem Pulheimer Sportplatz, der sie nicht nur zweimal den berüchtigten Pulheimer Rodelberg rauf und wieder runter schickte sondern auch durch ein Wäldchen über mehrere Schikanen, über eine rödelige Wiese und dann rund um die Koppel des lokalen Zuchthofes vorbei an gleichgültig dreinblickenden Gäulen.

Roland Siegbert an der Killermulde

Das Rennen begann mit der Hobby Klasse auf Crosser und MTB für Frauen und Männer, die so einen Ansturm in der Nachmeldung erfuhr, dass die Zeitnahme nicht hinterherkam und die Ergebnislisten dadurch fast bis zur Unkenntlichkeit durchgerüttelt wurden. Auch gab es hier leider keine Cup-Wertungen, etwas, das nächstes Jahr auf jeden Fall geändert werden sollte. Hätte man sich bequemt, wäre der Gewinner der Herren wohl Fabian Reger vom Team Traffic gewesen, der bei dieser Austragung den vierten Platz errang. Gewonnen hat die Nummer bei den Herren aber mit einer guten Runde Vorsprung der Lokalmatador Roland Siegbert, der in Hürth via der neu eingeführten Tageslizenz noch eine sehr gute Figur im Elite-Rennen gemacht hatte, sich wegen der doch beträchtlichen Kosten aber wieder zurück in die Hobby-Klasse verzogen hat. Die Damen führte Rebecca Fondermann vom SSF Bonn an. 

Manuel Freihöfer von Sore Bikes schrubbte seinen bremsenlosen BMX-Cruiser auf den 15. Platz in der Hobby-Klasse

Nach den überraschend stark besetzten Kinder- und Junioren-Klassen waren die gestandenen Männer der Senioren 3 & 4 an der Reihe und zeigten, dass Cyclocross nicht nur für junge Hüpfer ist. Klaus Piepel vom TG Neuss gewann mit einer fast makellosen BIlanz den Cup und die Tageswertung der Masters 4 während Andreas Sundermann vom RV Blitz Spich das Rennen der Masters 3 anführte, aber in der Gesamtwertung nicht mitreden konnte. Diese ging an Bernhard Weßing vom RSF Borken, der sich heute mit dem achten Platz zufrieden geben musste.

Die Elite-Klasse der Frauen war als Nächstes dran, zusammen mit den Herren aus der Masters 2. Mara Schwager gewann das Rennen, doch da es ihr einziges in der Serie war, hatte sie bei der Gesamtwertung nichts zu melden. Diese gewann Dorothee Jahnke aus Wuppertal, die sich hier allerdings mit einem vierten Platz zufrieden geben musste. Bei den Herren hingegen gewann der aus unserer “Cross in NRW”-Strecke bekannte Martin Neffgen (dessen Sohn Tim kurz zuvor schon die U17 dominierte) und der Titel in der Gesamtwertung ging an Marco Hüwe aus Coesfeld.

Mara Schwager auf der Suche nach der heiligen Traktion, die sich da irgendwo im Matsch versteckt

Der Höhepunkt des Tages war das Elite Rennen der Herren, bei dem der Cup-Sieger schon von vornherein feststand: Ben Zwiehoff aus Essen stand mit drei von drei Siegen uneinholbar auf Platz eins. Während es in Dorsten noch Hoffnung auf spannende Rennen gab, als Sebastian Mordmüller ihm das Leben schwer machte, gewann er in Radevormwald und Hürth-Kendenich trotz starker Konkurrenz überragend. In Pulheim  wahrte Ben wie auch in Rade in den ersten zwei Runden noch den Schein eines Zweikampfes mit dem Vorjahressieger Marvin Schmidt, nur um ihn dann irgendwann am Anstieg zum Rodelberg förmlich stehen zu lassen und das Rennen mit beachtlichem Vorsprung zu gewinnen.

Hammerharte Kameraden: Das Starterfeld der Elite-Klasse der Herren

Damit war der erste NRW-Cross-Cup im Kasten und Pulheim ein würdiges Finale zum Einstand. Die Stimmung an der Strecke war toll, die Orga unbürokratisch und reibungslos und der Kuchen köstlich. Einziger Wermutstropfen war die enorme Wartezeit zu den Siegerehrungen in der Gesamtwertung, die dadurch zu Stande kam, dass in der Serie drei verschiedene Zeitnehmer im Einsatz waren. Die Orga musste also alles von Hand durchrechnen. 

Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr. Der NRW-Cross-Cup scheint genau der richtige Kick, den der Cyclocross-Sport in NRW zur Zeit braucht. Randvolle Hobby-Klassen und bemerkenswert starke Fahrerfelder auch bei den Frauen sprechen eine deutliche Sprache. Vielen Dank an die austragenden Vereine, die Ehrenamtler und die Sponsoren. Hasta la proxima – Cross is Boss!

[Update: Infos aus den Kommentaren nachgetragen. Danke dafür!]
 

Downloads:
Ergebnisliste NRW-Cross-Cup #4, Pulheim
NRW-Cross-Cup Gesamtwertung 2017

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