SPOKE MAG #30

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SPOKE und die Frühlingsgefühle: hier sind die Themen der neuen Ausgabe

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VAMOS A LA PLAYA

Entlang des Europaradwegs  Nr. 6 fuhren wir an einem Kanal  entlang und genossen die  Ruhe, Natur und die Aussicht.Feature aus SPOKE #4/2011. Fotos: Daniele Barcheri. Dennis kam im Frühjahr auf die glorreiche Idee, seine Kumpels in Barcelona zu besuchen. Doch einfach ins nächste Flugzeug zu steigen, das wäre zu einfach. Die 1500 Kilometer sollen mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Fixed. Am Anfang dachte ich noch „was für eine schwachsinnige Idee, das klappt doch nie“. Im Juni wurden die Pläne dann konkreterund Dennis wollte ein definitives „Ja“ oder „Nein“. Nach einer unruhigen Nacht entschied ich mich für das Ja - Ich bin dabei und wage es. Außer Dennis und mir sind noch Noem, Bozo, Rocco, Fabian und Adrian mit im Sattel. Unterstützt werden wir von Daniele (Fotograf) aus Stuttgart und Hector (Filmer) aus Barcelona. Dennis, Fabian und Adrian kommen aus Stuttgart und sind seit längerer Zeit überzeugte Fixiefahrer, Noem und ich stammen aus München und gehören dort der Fixie Szene an. Aus Mailand dabei sind Rocco und Bozo. Rocco ist der Erfahrenste von uns, denn er hat schon mehrmals solche langen Distanzen zurückgelegt und fährt auch mal an einem Tag von Mailand nach Venedig, was immerhin ca. 300km sind. Als Vorbereitung versuchten alle möglichst viel auf dem Rad zu sitzen, was irgendwie nicht durchweg gelang. Rocco ist sowieso fit, wie ein Turnschuh und braucht sich über seinekonditionelle Verfassung keine Sorgen zu machen. Entsprechend nervös sind wir am 23sten August, dem Beginn unseres Abenteuers, 1500km nach Barcelona, fixed.

Da die beiden Italiener erst morgens mit dem Flieger in Stuttgart ankommen, verzögert sich unser Vorhaben, die Tour mittags zu starten, direkt um einige Stunden. Wir sitzen ungeduldig auf Dennis’ Sofa im Stuttgarter Westen. Um 15 Uhr heisst es dann endlich: „Vamos a la Playa“!

Doch arg weit kommen wir nicht, schon am ersten Berg ein Bremsplatten von Bozo. Na toll, da hätte er auch vor der Tour einen neuen Reifen drauf montieren können. Nach einer 20 minütigen Unterbrechung geht es weiter Richtung Pforzheim. Doch bereits in Leonberg das nächste Übel: es fängt an, wie aus Kübeln zu gießen. Wir verfluchen das Deutsche Wetter. Die letzten 4 Wochen war keine Wolke zu sehen und ausgerechnet heute muss es anfangen zu schütten. Nachdem wir unsere Regenjacken übergezogen haben, geht der Trip endlich weiter. Hinter Pforzheim kämpfen wir uns über die ersten Berge und durch den Regen, bis wir nach 122km endlich spät abends Baden-Baden erreichen. Die erste Nacht kommen wir Gott sei Dank bei Adrians Elten unter und können im Trockenen schlafen. Derzweite Morgen beginnt, wie der Abend zuvor geendet hatte, mit viel Regen. Bevor der Tross weiter in Richtung Süden zieht, muss Bozo erst mal seine Kurbel reparieren. Der 4-Kant ist komplett ausgefranzt und wird kurzerhand mit dem Blech einer Cola Dose unterlegt. Nachdem wir mittags die Grenze nach Frankreich passiert hatten, wird schlagartig das Wetter besser. Endlich kein Regen mehr. Nach 140 km erreichen wir unser Tageziel Colmar. Hier heisst es zum ersten Mal Zelte aufschlagen und auf dem Campingplatz übernachten. Nachdem wir den Kampf gegen die Zeltstangen gewonnen hatten, machen wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem. Leider erweist sich die Lage des Campingplatzes alles andere als ideal, somit landen wir schlussendlich in einer Dönerbude.

Einigermaßen erholt und ohne Schrauberaktion starten wir in den dritten Tag. Die ersten Probleme treten jedoch schon wenige Kilometer später auf. Doch diesmal nicht in materieller, sondern eher in körperlicher Form. Dennis und Fabian klagen über Knieschmerzen, die dem kalten und nassen Wetter vom ersten Tag zuzuschreiben sind. Nach 50km müssen beide aussteigen und die restliche Tagesdistanz im Auto zurücklegen. Leider nur noch zu fünft kämpfen wir uns durch die Berge nach L’Isle sur le Doubs . Rocco stellt mit 51,9km/h den Highspeed des Tages auf. Auch an diesem Abend heisst es Zelte aufschlagen und erst mal essen. Diesmal wollen wir uns nicht auf die„Spezialitäten“ derUmgebung verlassen und schwingen direkt selbst den Kochlöffel. Es gibt Pasta, Mailänder Art. Der vierte Tag beginnt für Dennis und Fabian leider, wieder mit Knieschmerzen. Sie müssen weiter mit dem undankbaren Platz im Auto vorlieb nehmen, keine Chance. Nach einigen Navigations-Schwierigkeiten stellt sich die Straße mit 16% Steigung als die Richtiger heraus. Rocco scheint das nichts auszumachen, obwohl er eine 48/15er Übersetzung fährt! Wir Normalsterblichen müssen sogar mit unserer 44/17er Übersetzung absteigen und den letzten Teil schieben. Nach diesem extremen Uphill können wir endlich am Fluß entlang den Europaradweg Nr. 6 benutzen. 130 km später kommen wir völlig erschöpft in Dole an. Die fünfte Etappe beginnen wir zu sechst, nachdem sich das Knie von Fabian wieder etwas erholt hat.

Endlich in Spanien!Dennis kann nach wie vor nicht in die Pedale treten. Wie schon am Vortag folgen wir weiter dem Europaradweg Nr. 6 an einem Kanal entlang und genießen die Ruhe, die Natur und die Aussicht. Nach 40 km das endgültige Aus auch für Fabians Knie. Leider endet auch der Radweg und wir müssen wieder auf der Hauptverkehrsstraße fahren. Die gleicht einer zweispurigen Autobahn und ich werde beinahe vom Sog eines vorbeirauschenden LKW erfasst. Nachdem der erste Schock verdaut ist, geht es weiter, ganze 148km, bevor wir erschöpft Mâcon erreichen. Zur Abwechslung erwartet und ein fast schon luxuriöser Campingplatz.

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